Dehydrierte Haut

Hat deine Haut Durst? Dann wird sie nicht nur knittrig und spröde, sie kann sogar schneller altern. Aber wie erkennst du, dass deine Haut dehydriert ist, und wie lässt sich das behandeln?

  • Durch eine gestörte Hautbarriere kann die Haut zu viel Feuchtigkeit verlieren.

  • Trockene (fettarme) Haut ist oft zugleich dehydriert. Unter ungünstigen Bedingungen können aber alle Hauttypen betroffen sein.

  • Bei dehydrierter Haut ist es wichtig, genug zu trinken und feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte zu benutzen.

Dehydrierte Haut: Ursachen und Pflege
Von Head of Cosmetics:

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Medizinisch geprüft von:

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Dehydrierte Haut

Wie sieht dehydrierte Haut aus?

Feuchtigkeitsarme Haut kann unangenehm spannen. Abhängig von deinem Alter bilden sich vermehrt kleine Knitterfältchen, vielleicht schuppt deine Haut auch oder wirkt rissig. Dehydrierte Haut im Gesicht macht sich oft durch dunkle Schatten oder Ringe unter den Augen bemerkbar. Oder wird dein Make-up schnell fleckig und setzt sich in den Hautfältchen ab? Auch das kann ein Hinweis sein.

Wichtig: Ein öliger Glanz schließt nicht aus, dass deiner Haut womöglich Wasser fehlt. Deine Haut kann durchaus fettig und dehydriert zugleich sein. In diesem Zustand spannt sie und schuppt vielleicht sogar, obwohl sie ausreichend Talg absondert.

Bei stark dehydrierter Haut kommt es oft zum Symptom der stehenden Hautfalten. Das kannst du selbst testen: Ziehe eine Hautfalte am Handrücken oder Unterarm sanft hoch und lasse sie wieder los. Normalerweise sollte die Haut innerhalb weniger Sekunden in ihren glatten Ausgangszustand zurückkehren. Bleibt die Falte längere Zeit stehen, dann ist deine Haut wahrscheinlich dehydriert. Beachte, dass die Spannkraft der Haut im höheren Alter von Natur aus nachlässt. Das heißt: Mit 60 Jahren ist der Test nicht ganz so aussagekräftig.

Wie entsteht dehydrierte Haut?

Normalerweise schützt sich deine Haut durch verschiedene Maßnahmen vor übermäßigem Feuchtigkeitsverlust. Vom Hydrolipidfilm, der deine Haut nach außen hin abdichtet, hast du bereits in der Einleitung gelesen.

Neben Hautfetten enthält der Hydrolipidfilm eine weitere Geheimzutat: die natürlichen Feuchthaltefaktoren. Das sind verschiedene körpereigene Stoffe, die hygroskopisch, also wasseranziehend, wirken. Sie sammeln Feuchtigkeit und wirken so der Verdunstung entgegen. Zu diesen Feuchthaltefaktoren zählen unter anderem Milchsäure und andere Säuren, die als Abfallprodukte aus Schweiß, Talg und toten Hornzellen entstehen. Ein bisschen „Schmutz“ auf der Haut schadet also nicht.

Trotz dieser Schutzmechanismen kann es passieren, dass die Haut zu viel Feuchtigkeit verliert. Dafür gibt es verschiedene äußere und innere Ursachen – und oft spielen mehrere zusammen.

Äußere Ursachen für dehydrierte Haut

Unter ungünstigen Umweltbedingungen passiert es sehr leicht, dass deine Haut zu viel Wasser verliert. Schuld können folgende Faktoren sein:

Luftfeuchtigkeit: Bei geringer Luftfeuchtigkeit verdunstet Wasser schneller. Du kennst diesen Effekt wahrscheinlich von Flugreisen. Auch in Büros kann durch Klimaanlage oder Heizung mitunter Wüstenatmosphäre entstehen.
Temperatur: Hitze, Kälte und Temperaturschwankungen tragen zum Feuchtigkeitsverlust der Haut bei. Zudem verlierst du bei Hitze auch über die Schweißdrüsen viel Wasser.
UV-Strahlung: Im Sommer ist die UV-Strahlung ein wichtiger Faktor. Sie behindert unter anderem die Produktion bestimmter Feuchthaltefaktoren in deiner Haut.

Gegen einige dieser äußeren Ursachen kannst du dich schützen: Etwa indem du Sonnenschutzcreme verwendest oder in Innenräumen Luftbefeuchter aufstellst.

Innere Ursachen für dehydrierte Haut

Oft liegen (zusätzlich) innere Ursachen vor, wenn deine Haut dehydriert ist, wie beispielsweise:

Flüssigkeitsmangel: Manchmal ist feuchtigkeitsarme Haut ein Warnzeichen, dass dem Körper allgemein Flüssigkeit fehlt. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die wenig Durstgefühl verspüren.
Erkrankungen: Dehydrierte Haut zählt zu den typischen Symptomen vieler Hauterkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Auch bestimmte Medikamente kommen als Ursache in Frage.
Hautalterung: Mit zunehmendem Alter fährt der Körper die Produktion feuchthaltender Substanzen herunter. Deshalb neigt reife Haut besonders zu Feuchtigkeitsverlust.
Trockene Haut: Zu den wichtigsten Ursachen dehydrierter Haut zählt Hauttrockenheit, also ein Mangel an Hautfetten. Dadurch kann die Feuchtigkeit aus der obersten Hautschicht leichter verdunsten.

Welche Unterschiede gibt es zwischen dehydrierter Haut und trockener Haut?

Dehydrierte und trockene Haut ist nicht dasselbe. Denn „dehydriert“ bedeutet wasserarm. Und „trocken“ bezieht sich dagegen auf den Mangel an Hautfetten. Während trockene Haut einen Hauttyp bezeichnet, der sich im Laufe des Lebens nicht grundlegend ändert, ist dehydrierte Haut ein temporärer Hautzustand. Er ist reversibel, wenn es gelingt, die Ursachen zu beheben.

Trockene Haut ist oft zugleich feuchtigkeitsarm, weil sie das Wasser schlechter halten kann. Unter ungünstigen Bedingungen können aber alle Hauttypen zeitweise dehydrieren.

Wann wird dehydrierte Haut zum Problem

Dehydrierte Haut ist leider kein reines Beauty-Problem. Denn der Wassermangel macht die Haut spröder und somit anfälliger für Verletzungen und Hautrisse. Im Extremfall entwickelt sich vielleicht ein Austrocknungsekzem, auch Craquelé-Ekzem genannt. Der Name rührt daher, dass die feinen Risse und Sprünge in der Haut an die Craquelé-Optik von alten Ölgemälden erinnern.

Einmal vorgeschädigt, wird die Haut empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen. Schadstoffe, Allergene oder Krankheitserreger haben leichteres Spiel. Außerdem ist die Regenerationsfähigkeit beeinträchtigt, weil Wasser in der Haut als Transportmittel für Nährstoffe dient. Das kann auch zur vorzeitigen Hautalterung beitragen.

Dehydrierte Haut: Die richtige Reinigung

Zwar braucht dehydrierte Haut mehr Wasser, trotzdem kann die Reinigung ein Teil des Problems sein: Sicher hast du schon erlebt, dass deine Fingerkuppen nach einem längeren Bad aussehen wie kleine verschrumpelte Trockenfrüchte.

Was ist da passiert? Die Hornschicht deiner Haut saugt sich zunächst mit Wasser voll und quillt auf. Zugleich entzieht das Wasser aber wertvolle Hautfette und feuchthaltende Substanzen aus deiner Haut heraus. Dadurch kann die Feuchtigkeit im nächsten Schritt hemmungslos verdunsten, und zurück bleibt eine zugleich trockene und dehydrierte Haut.

Medizinisch sinnvoll wäre es daher, sich möglichst kurz und nicht zu häufig zu waschen – auch wenn das unseren modernen Hygiene-Gepflogenheiten oft widerspricht.

Eine Ausnahme bildet unreine oder zu Akne neigende Haut, die zwei Mal täglich gereinigt werden sollte, um übermäßigen Hauttalg zu entfernen. Lass dich in der Apotheke oder Arztpraxis beraten, welche Produkte geeignet sind. Handelsübliche Produkte sind manchmal zu aggressiv, was deine Haut aus dem Gleichgewicht bringen kann: Sie dehydriert und fettet trotzdem stark nach.

Dehydrierte Haut: Die richtige Pflege

Du kennst nun die Symptome dehydrierter Haut, mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Doch wie lässt sich dehydrierte Haut behandeln?

Die Haut von innen mit Wasser versorgen

Wichtig ist im ersten Schritt: ausreichend trinken, und zwar vor allem reines Wasser. Die medizinische Empfehlung lautet mindestens 35 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, was für Erwachsene rund 2 Liter täglich bedeutet. Wenn du durch Schwitzen viel Wasser verlierst, steigt der Flüssigkeitsbedarf schnell auf das Doppelte und mehr.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass vor allem Trinkmuffel vom Auffüllen ihrer Flüssigkeitsspeicher profitieren. Wenn du aber schon jetzt genug trinkst und trotzdem dehydrierte Haut hast, sind die Ursachen anderswo zu suchen.

Typgerechte Pflege für dehydrierte Haut

Dehydrierte Haut sehnt sich nach Wasser. Damit die Feuchtigkeit aber nicht sofort wieder verdunstet, enthalten gute Pflegecremes wasserbindende Substanzen. Damit versucht man die Funktion der natürlichen Feuchthaltefaktoren in unserer Haut zu imitieren. Achte daher auf rückfeuchtende Substanzen wie z.B. Urea, Milchsäure oder Glycerin in deiner Feuchtigkeitscreme.

Darüber hinaus ist es wichtig, deinen Hauttyp zu kennen und zu beachten:

  • Bei trockener Haut solltest du die Ursachen und nicht nur die Symptome behandeln. Das heißt, deine Haut braucht neben Feuchtigkeit dringend Fette. Eine Lipolotion oder sogar Fettsalbe hilft, den Hydrolipidfilm der Haut wieder aufzubauen.
  • Bei fettiger Haut darf die Formulierung deiner Feuchtigkeitscreme leichter sein. Sie sollte also einen höheren Wasseranteil und wenig Fett enthalten.
  • Mischhaut verlangt oft nach angepassten Pflegeprodukten für fettigere und trockenere Hautbereiche. Hier solltest du genau auf den aktuellen Hautzustand achten.

Gut zu wissen: Feuchtigkeitscremes sind ein ebenso einfaches wie wirksames Anti-Aging-Werkzeug. Denn gut hydrierte Haut sieht nicht nur optisch praller und geschmeidiger aus, sie ist auch gesünder und kann sich besser regenerieren, was den Anzeichen vorzeitiger Hautalterung wie Falten und Altersflecken entgegen wirkt.

Noch Fragen zu dehydrierter Haut? Unser FAQ-Teil hat die Antworten!

Das schließt sich gegenseitig nicht unbedingt aus. Ölige Haut erkennst du an ihrem typischen Fettglanz und den vergrößerten Poren. Dehydrierte Haut macht sich subjektiv durch ein Spannungsgefühl bemerkbar, äußerlich kann die Haut matt und schuppig wirken. Oft ist dehydrierte Haut zugleich trocken (fettarm). Doch auch ölige Haut kann zeitweise dehydriert (feuchtigkeitsarm) sein – dann spannt sie und fettet zugleich.

Ist die Haut dehydriert, funktionieren viele Stoffwechselprozesse nicht mehr so gut. Denn das in der Haut eingelagerte Wasser dient unter anderem als Transportmittel, damit Nährstoffe direkt zu den Zellen gelangen. Darüber hinaus wird feuchtigkeitsarme Haut spröder, sie verformt und dehnt sich nicht mehr so bereitwillig, was kleine Verletzungen wie Hautrisse begünstigen kann.

Eine gute Feuchtigkeitscreme sollte Substanzen enthalten, die dabei helfen, Wasser in der Haut zu binden. Rückfeuchtend wirken u.a. diese Inhaltsstoffe:

  • Urea
  • Milchsäure
  • Aminosäuren (wie Alanin, Arginin, Glycin, Histidin)
  • Glycerin
  • Hyaluronsäure
  • Pyrrolidoncarbonsäure (PCA)

Weitere Fragen? Einfach einen persönlichen Beratungstermin online vereinbaren.

Quellenangaben

Letzte Aktualisierung: 28.05.2024