Narben & Wundheilung

Eine Narbe bezeichnet das faserreiche Ersatzgewebe, das sich nach der Zerstörung des kollagenen Netzwerks der Haut bildet. Sie stellt somit den Endzustand der Wundheilung dar. Narben sind stille Begleiter unserer Lebensgeschichten. Sie erzählen von vergangenen Abenteuern, kleinen Missgeschicken oder medizinischen Eingriffen. Doch wie geht man am besten mit ihnen um? Welche Arten von Narben gibt es und welchen Einfluss hat das auf die Behandlung? Hier erhältst du alle Antworten und erfährst über die Möglichkeiten, welche die moderne Medizin dir bietet.

  • Narben verändern sich mit der Zeit. Sie werden oft blasser und weniger auffällig, doch dieser Prozess kann Monate bis Jahre dauern. Die moderne Medizin bietet jedoch eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, um den Heilungsprozess zu unterstützen und das Erscheinungsbild von Narben zu verbessern.

  • Obwohl eine komplette Rückbildung von Narben selten ist, tragen Behandlungen wie das Lasern von Narben oder spezielle Narben-Gels und Cremes wesentlich zur Verbesserung bei.

Narben: Entstehung und Behandlung
Medizinisch geprüft von:

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Narben: Einfach erklärt!

Narben sind Lesezeichen in unserer Haut, die uns an vergangene Ereignisse erinnern. Medizinisch betrachtet markieren sie den Abschluss eines natürlichen Heilungsprozesses nach einer Hautverletzung, sei es durch einen Schnitt, eine Verbrennung oder eine Operation. Wenn unsere Haut verletzt wird, produziert unser Körper einige Tage nach der Verletzung ein Protein namens Kollagen, das die Wunde füllt und versiegelt. In den Wochen darauf bildet sich daraus eine feste, flache Narbe. Wenn der Körper im Rahmen einer gestörten Wundheilung jedoch zu viel Kollagen produziert, entsteht eine erhabene und wulstige Narbe. Und ist nur die oberste Hautschicht beschädigt, wie bei einem leichten Kratzer, dann heilt sie meist ohne sichtbare Narbenbildung.

Wie entstehen Narben?

Narben sind Zeugen des natürlichen Heilungsprozesses unseres Körpers. Sobald die Haut verletzt wird, tritt der Körper in Aktion, um den Schaden zu reparieren. Doch was passiert dabei genau?

  1. Entzündungs- oder Reinigungsphase: Unmittelbar nach der Verletzung sendet der Körper Blutplättchen zum Verletzungsort, um die Blutung zu stoppen. Weiße Blutkörperchen werden ebenfalls entsandt, um Infektionen zu bekämpfen. Diese Phase dauert ungefähr 4 Tage.
  2. Reparaturphase: Einige Tage nach der Verletzung beginnt der Körper mit der Produktion von Kollagen. Dieses verbindet die Wundränder und hilft, das verletzte Gewebe zu ersetzen und zu festigen.
  3. Reifungs- oder Wiederaufbauphase: Nachdem die Wunde geschlossen ist, dauert der Heilungsprozess oft mehrere Monate bis Jahre. In dieser Phase beginnt sich von den Rändern der Wunde her die Haut mit neuen Zellen zu regenerieren. Das anfänglich zart-rötliche Narbengewebe wird dabei fester, heller und robuster.

Je nach Tiefe, Größe, Lage der Wunde, genetischen Faktoren und der Art der Verletzung kann das Erscheinungsbild der resultierenden Narbe variieren. Narbenbildung ist ein Beweis für die erstaunliche Fähigkeit unseres Körpers zur Selbstheilung, auch wenn sie manchmal kosmetisch oder funktionell störend sein können.

Welche Arten von Narben gibt es?

Narben sind komplexe Strukturen, die aus einem speziellen Heilungsprozess resultieren. Schauen wir uns an, welche verschiedenen Arten von Narben es gibt.

  • Atrophe Narben

    Diese Narben entstehen, wenn das Hautgewebe verloren geht. Statt eines Überschusses an Gewebe, wie bei anderen Narben, gibt es hier einen Mangel. Atrophe Narben sind oft das Ergebnis von Hauterkrankungen wie Akne, Windpocken oder bestimmten Hautinfektionen. Sie erscheinen als eingedrückte, flache Vertiefungen oder Löcher in der Haut. Das liegt daran, dass das darunterliegende Stützgewebe (oft Kollagen) beschädigt oder zerstört wurde. Hast du gewusst: Sogar Dehnungsstreifen sind genauso wie Aknenarben atrophe Narben.

  • Hypertrophe Narben

    Quasi das Gegenstück zu den atrophen Narben. Denn sie entstehen durch übermäßige Kollagenbildung während des Heilungsprozesses. Hypertrophe Narben sind erhaben und können rot und juckend sein. Im Gegensatz zu Keloiden beschränken sie sich jedoch auf den ursprünglichen Verletzungsbereich. Oft verbessert sich ihr Erscheinungsbild mit der Zeit von selbst, aber sie können auch dauerhaft bleiben.

  • Keloide (Narbenwucherung)

    Keloide sind das Ergebnis einer übermäßig aggressiven Heilungsreaktion. Sie wachsen über die ursprüngliche Verletzung hinaus und können sich auch nach Jahren noch ausbreiten. Die genaue Ursache für die Entstehung von Keloiden ist nicht vollständig geklärt, aber genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle, da sie in manchen Familien häufiger vorkommen. Auch treten sie gehäuft bei Personen mit dunkler Haut auf.

  • Sklerotische Narben (Kontrakturen)

    Nach schweren Verbrennungen kann es zur Bildung von sklerotischen Narben kommen. Sie ziehen die Haut straff und können so die Bewegungsfähigkeit einschränken. Dies passiert, weil das verletzte Gewebe während des Heilungsprozesses schrumpft. In schweren Fällen können kontraktive Narben Gelenke beeinträchtigen und erhebliche körperliche Einschränkungen verursachen.

Die verschiedenen Narbenarten zu verstehen, ist der erste Schritt, um die richtige Pflege und eine mögliche Behandlung zu finden. Denn nicht jede Narbe lässt sich gleich gut behandeln.

Wie können Narben behandelt werden?

Die Behandlung von Narben hängt nicht nur von ihrer Art, sondern auch von ihrer Größe, Lage und individuellen Faktoren wie deiner Hautfarbe, -typ, deinem Alter und dem Alter der Narbe ab. Hier sind einige gängige Methoden zur Behandlung von länger bestehenden Narben:

  • Behandlung von atrophen Narben

    • Dermabrasion: Hierbei wird die oberste Hautschicht mit einem speziellen Gerät abgeschliffen, um das Erscheinungsbild der Narbe zu glätten.
    • Chemische Peelings (z.B.: TCA): Speziell zur Behandlung von oberflächlichen Narben eignen sich mitteltiefe Peelings, indem sich die Haut durch die Entfernung der obersten Hautschicht regeneriert und das Hautbild sich bessert. Diese stärkeren Peelings sind nicht im Handel erhältlich.
    • Microneedling: Daben erzeugen feine Nadeln Mikroverletzungen in der Haut, um die Kollagenproduktion anzuregen und das Erscheinungsbild von Narben zu glätten.
    • Morpheus8 (Radiofrequenz-Microneedling): Hier wird die Kollagenproduktion zusätzlich durch Radiofrequenz angeregt. Kleiner Nebeneffekt: Dadurch lässt sich ebenso eine Hautstraffung erzielen.
    • Filler-Injektionen (z.B.: Kollagen, Hyaluronsäure): Das Prinzip ist bei allen Filler-Injektionen gleich: Dabei wird versucht das eingesunkene Aussehen der Haut durch zusätzliches Volumen auszugleichen. Der Nachteil: Filler-Injektionen sind nicht dauerhaft, sodass Wiederholungen notwendig sind.
  • Behandlung von hypertrophen Narben & Keloiden

    • Silikongel-Pads: Speziell in der Anfangsphase der Narbe und nach Operationen kann dadurch die Größe und Nebeneffekte wie Juckreiz und Rötung reduziert werden.
    • Druckverbände: Sie sind eine Therapieoption von frischen Narben, um die Bildung von hypertrophen Narben zu reduzieren.
    • Injektionen: Kortikosteroid-Injektionen können helfen, den Juckreiz, die Rötung und die Erhebung der Narbe zu verringern.
    • Laserbehandlungen (z.B.: CO2-Laser): Sie stimulieren das Wachstum von neuem Kollagen und können das Erscheinungsbild der Haut verbessern.
    • Kyrotherapie: Dabei wird die Narbe eingefroren, wodurch sich das Narbengewebe langsam zerstört.
    • Chirurgische Entfernung: Dies wird nur empfohlen, wenn sämtliche anderen Methoden nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben. Denn häufig kommen die Narben gleich oder verstärkt zurück.
    • Microneedling: Selbes Prinzip wie bei atrophen Narben. Needling verwenden Mediziner ebenso im Anti-Aging-Bereich, um die Haut zu straffen.

Selbstverständlich lassen sich auch verschiedene Methoden kombinieren. Bedenke aber: Sämtliche Behandlungen sollten von einem Spezialisten durchgeführt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen und Risiken zu minimieren.

Noch Fragen? Unser FAQ-Teil hat die Antworten!

Narben können je nach ihrer Größe und Art Monate bis Jahre brauchen, um zu verblassen. Allerdings verschwinden die meisten Narben nie vollständig, sie werden lediglich weniger auffällig. Hast du gewusst: Auch Dehnungsstreifen sind Narben.

Ja, einige Narben können mit der Zeit heller werden und an Erhebung verlieren. Leider verschwinden sie in den seltensten Fällen komplett. Verschiedene Behandlungen und Therapien können den Rückbildungsprozess unterstützen. Insbesondere lassen sich Aknenarben je nach Narbenform oftmals verbessern. Mehr dazu erfährst du hier: Aknenarben entfernen.

Weitere Fragen? Einfach einen persönlichen Beratungstermin online vereinbaren.

Quellenangaben

Letzte Aktualisierung: 21.10.2023